Interior Design - 28. Juli 2019
Wellnesstraum in einem Raum

Stil und Charme schaffen Wohnlichkeit: Das Bad ist längst aus seinem „Nasszellen-Dasein“ befreit worden. Ob Fliesen, Einrichtung oder Zweckdienlichkeit – oberstes Gebot ist mittlerweile die „Wellness-Tauglichkeit“.

Ein Ort der Intimität, ein Ort der Zurückgezogenheit – und damit ein zentraler Wohnraum im Eigenheim. Wer die stillen Fluchten aus dem Alltag sucht oder die kleinen Momente der Entspannung, sollte gezielt in die Behaglichkeit des eigenen Badezimmers investieren.

Dabei gilt es aber gestaltungstechnisch einige grundlegende Entscheidungen zu treffen:

Klassisch oder aus Naturstein?

Maßgeblich für die optische Wirkung und Gestaltung eines Badezimmers ist die Wahl der Wandmaterialien. Eine von vielen Möglichkeiten ist die Wandfarbe: Spezialfarben, die gegen Feuchtigkeit und Schimmel resistent sind, stellen eine gängige Alternative zu den herkömmlichen Fliesen dar.

Klassische Fliesen haben hingegen einen traditionellen Vorteil: Durch die enorme Vielfalt an Formen, Farben und Oberflächengestaltung können die Wände individuell und günstig verkleidet werden. Wer sich jedoch auf eine qualitativ höhere Stufe begibt, sollte auch einen Preisvergleich mit hochwertigem Naturstein nicht scheuen. Natursteine wie beispielsweise Porphyr oder Marmor werden in Südtirol abgebaut und sind besonders gut für die Bodenheizung geeignet. Neben Boden- und Wandplatten wird Naturstein beispielsweise auch für massive Waschbecken und Duschtassen verwendet, um auf diese Weise ein komplettes Natursteinbad zu erhalten.

Wonne in der Wanne oder doch duschen?

An dieser Frage führt prinzipiell kein Weg vorbei. Wenn einem nicht das knappe Platzangebot die Entscheidung abnimmt, spielen die persönlichen Badegewohnheiten eine wesentliche Rolle: Während manchen Menschen die sprichwörtliche Fünf-Minuten-Dusche genügt, bevorzugen andere ein ausführliches Entspannungsbad. Fällt die Wahl auf eine Duschkabine, können kleine Details – wie etwa ein Duschkopf mit unterschiedlichen Strahlarten – für Wohlbefinden sorgen. Für all jene, die ein Bad als ruhigen Rückzugsort schätzen, eignet sich besser eine Badewanne. Hier reicht das Angebot von frei stehenden bis hin zu eingebauten Wannen in allen Formen. Beliebt sind auch Whirlpool-Badewannen, da sie sich nach einem stressigen Arbeitstag als ein Ort maximaler Entspannung erweisen.

Praktische Möbel schaffen Wohlbehagen

Ob Waschtischschrank, Sideboards oder Sitzgelegenheit – mit der Einrichtung des Bades lässt sich auch die Wohnlichkeit steigern. Von zentraler Bedeutung ist neben den „Verstauqualitäten“, dass die Badmöbel für Nassräume gedacht sind und daher sowohl Wasserspritzer als auch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit vertragen. Die Barrierefreiheit nicht vergessen! So wie ein Gebäude werden auch die Menschen in einem Eigenheim nicht jünger. Insofern sollten schon früh Maßnahmen getroffen werden, die eine uneingeschränkte Nutzung des Bades im Alter oder im Krankheitsfall ermöglichen. Schwellenlose Zugänge zur Nasszelle, niedere Waschbecken, praktische Haltegriffe, rollstuhltaugliche Durchgänge – diese Begriffe erinnern unweigerlich an Krankenhaus oder Pflegeheim. Aber bei sämtlichen Bad-Ausstattern gibt es mittlerweile elegante Einrichtungslösungen, die sowohl barrierefrei als auch optisch ansprechend sind.

Umweltbewusster Badegenuss

Ob Wasserverbrauch oder Wärmeenergie – auch hier lässt sich vieles schon in der Planungsphase andenken und entscheiden. Wassersparende Toiletten bzw. Duschköpfe oder Wasserhähne sollten auf jeden Fall zum Einsatz kommen. Und mit einem zeitgesteuerten Thermostat oder einer zuschaltbaren Elektroheizung (beispielsweise auch in Form eines Handtuchwärmers) lässt sich auch bei der Temperierung des Bades viel Geld sparen. Nicht zu vergessen die Elektrogeräte: Ob bei der Waschmaschine oder bei Kleingeräten wie Föhn, Rasierapparat und elektrischer Zahnbürste: Ein hohes Energieeffizienzlabel sollte Mindeststandard sein.