Interior Design - 2. Juni 2019
Wärme, die von Holz kommt: Eine Frage des Ofens

Nach dem Winter ist vor dem nächsten Winter! Das gilt nicht nur in der TV-Serie Game of Thrones, sondern auch im Eigenheim. Denn wer an einen neuen Ofen denkt, sollte schon jetzt mit der Planung beginnen. Alle Infos zum Thema finden Sie in der heutigen Ausgabe der „Zett“.

Ob Großvaters Kachelofen oder ausgeklügeltes Heizsystem – eines haben moderne Öfen im Prinzip immer gemeinsam: Holz als Wärme- und Energiequelle. Mittlerweile sind die Angebotspalette und damit die Möglichkeit einer individuellen Gestaltung derart groß, dass eine grundlegende und professionelle Planung unumgänglich geworden ist. Sprich: Nur wer zur wärmsten Jahreszeit vorausdenkt, hat es im Winter wohlig warm.

In der Vielfalt und der Nähe liegt die Kraft

Insofern gilt: Bauherren bereits in der Planungsphase eines Gebäudes die notwendigen Schritte setzen. Dies spart Kosten, und das nicht erst beim Heizen.

Ob Planung, Bau, Wartung oder Sanierung – ein Hafnermeister bietet hierzulande alles aus einer Hand. Wobei so vielfältig und individuell, wie sich das Angebot an Ofen- bzw. Heizsystemen heutzutage gestaltet, ist auch das Berufsbild in der Berufsgemeinschaft der Südtiroler Ofenbauer: Mittlerweile 70 Hafner-Betriebe mit 108 Beschäftigten sind im Landesverband der Handwerker (lvh) gemeldet – und das bei einer durchschnittlichen Betriebsgröße von etwa 1,54 Mitarbeitern.

Fachmännische Beratung und gründliche Planung gehören für die heimischen Hafner zu den Kernkompetenzen. Denn die gesetzlichen Bestimmungen verpflichten Eigenheimbauer zur Berechnung des Ofens, individuell angepasst an die jeweilige Situation. Dabei gilt es, Faktoren wie Wärmebedarf, Zuluft, Kaminquerschnitt und Brennraum zu kalkulieren, um eine saubere Verbrennung und eine leistungsfähige Anlage zu erzielen.

Machart und Bau sind entscheidend

In der Folge gilt es, über Bauweise, Wärmeabgabe und Speicherdauer der Heizanlage zu entscheiden. Dabei ist zu bedenken: Ein Speichergrundofen besticht durch milde Strahlungswärme, sparsamen Verbrauch und lange Nachlageintervalle (bis zu 24 Stunden).

Wer zudem Kochen und Heizen will, kann sich für eine Kombination aus Herd–Durchheizherd entscheiden. Und ein Speicherkamin liefert Atmosphäre und milde Strahlungswärme wie bei einem Grundofen. Durch den verringerten Energieverbrauch bei Neubauten kann auch der Kachelofen als Ganzhausheizung konzipiert werden und den gesamten Wärmebedarf des Gebäudes decken.

Neben den Kacheln aus Keramik haben sich mittlerweile auch ganz andere Materialen für die Außenhaut eines Ofens bewährt. Speckstein und andere Natursteinarten wie beispielsweise auch Marmor erleben hier ein Revival. Aber auch Edelstahl- oder Putzflächen werden heute gerne mit klassischen Kachelsystemen kombiniert.

Sanierung von Ofensystemen

Apropos Kachelofen: Neben dem Neubau ist bei den modernen technischen Möglichkeiten die komplette Sanierung bestehender Ofensysteme durchaus eine Option. Ein alter Kachelofen muss beim Umbau des Eigenheims also längst nicht mehr abgerissen werden, sondern kann in das neue Heizsystem integriert und sogar automatischer gesteuert werden. So wird es einem auch wohlig warm ums Herz, wenn alte Heiztraditionen gepflegt werden.

Alt oder neu: Wartung nicht vergessen!

Damit ein Ofensystem auch langfristig Freude macht, ist allerdings eine regelmäßige Wartung das Um und Auf. Das ist hierzulande übrigens noch immer keine Selbstverständlichkeit: Einer Erhebung des Landes Südtirol zufolge sind über 15 Prozent der Holzheizungen in einem schlechten Zustand. Und dieser Umstand ist nicht nur teuer und umweltschädlich, sondern vor allem gefährlich.

Neben einem regelmäßigen Ofencheck gilt es aber auch beim Brennstoff grundlegend vorauszudenken. Denn nur trockenes, naturbelassenes und unbehandeltes Holz, das mindestens zwei Jahre gelagert ist, sollte verheizt werden. Insofern gilt es schon in der Bauphase auch die richtige Lagerstelle für das Holz zu finden. Und nicht zuletzt ist eine richtige Bedienung des Ofens entscheidend – suchen Sie also auch hier eine Beratung beim Experten.