Bautipps - 3. März 2019
Richtiges Dämmen sorgt für gutes Wohngefühl

Schutz gegen Lärm und Energieverlust: Mit einer wohlüberlegten Dämmung sinken die Kosten und steigt das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden.

Raumtemperatur, Licht und Akustik – das sind die Hauptkriterien für die Wohnqualität in den eigenen vier Wänden. Und diese Kriterien sollten auch Grundlage bei der Wahl der Baumaterialien für einen Neubau oder im Zuge einer Sanierung sein. Zumal die „Nebenwirkungen“ nicht unterschätzt bzw. bereits in der Planungsphase mit bedacht werden sollten. Wer sich etwas intensiver mit der Materialienvielfalt in diesem Bereich beschäftigt, merkt rasch: Nicht jeder Dämmstoff gewährleistet perfekten Lärmschutz, und nicht jede Lärmdämmung ermöglicht auch eine hochprozentige Dämmleistung.

Schalldämmung: Damit es im Haus  nicht poltert und knarzt

Ein wesentlicher Faktor ist bei diesen grundlegenden Überlegungen die Bauart und Form eines Gebäudes sein, denn Schallwellen breiten sich ganz anders in einem Baukörper aus als die Temperatur. Das bedeutet konkret: Beim Schutz gegen den allzu oft unterschätzten Trittschall oder andere akustische Belästigungen aus den Nebenräumen ist die Baumasse ausschlaggebend. Ein schwerer Baukörper lässt sich durch Schallwellen nicht in Schwingung versetzen, sondern schluckt den Lärm. Die Schallübertragung wird so verhindert. Hohlräume hingegen – etwa in Decken – wirken als natürliche Schall-Verstärker.

Eine häufige Form der Dämmung ist hierbei jene mit mineralischen Schütt-Dämmstoffen. Diese verleihen Bauteilen zwar mehr Gewicht, aber Hohlräume in Decken oder Wänden lassen sich auf diese Weise recht einfach mit Dämmgranulat füllen.

Dämmplatten aus Mineralwolle hingegen schlucken durch ihre offene Faserstruktur eindringende Schallwellen und bieten so einen hervorragenden Schallschutz – und zwar gegen den Luftschall, verursacht durch laute Musik oder Lärm von außen, ebenso wie für Trittschall, der durch Bodenbeläge wie Laminat oder Parkett entsteht.

Selbst Geräusche von Rohrleitungen lassen sich mit einer richtigen Dämmung deutlich reduzieren. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen mit guten schalltechnischen Eigenschaften sind beispielsweise Kokosfasern sowie Zellulose und Holzfaser. Dämmstoffe aus Polystyrol oder Polyurethan haben zahlreiche andere Vorzüge, jedoch weisen sie oft schlechtere Schalldämmwerte auf.

Aber nicht nur Luftschall (Verkehrslärm oder laute Musik), auch die Übertragung von Trittschall von einem Raum zum anderen kann den letzten Nerv rauben. Am häufigsten stören die Schallgeräusche aus Wohnräumen im Obergeschoss. Am wirksamsten ist hier ein schwimmender Estrich, der frei von Schallbrücken erstellt wird. Und je nach Material und Deckenkonstruktion lässt sich schon mit einer 20 bis 30 Millimeter dicken Trittschall- oder Fußbodendämmung eine Verbesserung beim Trittschallschutz erzielen.

Warm und kühl – eine optimale Dämmung kann immer beides

Qualitativ hochwertige Dämmfassaden garantieren übrigens zu jeder Jahreszeit ein gesundes und behagliches Wohnklima. Denn ein Wärmedämmverbundsystem besteht nicht nur aus einer Dämmplatte, Kleber, Dübel, armiertem Unterputz und Oberputz, sondern erst die fachgerechte Detailplanung sowie der fachgerechte Einbau, die Verwendung und der richtige Einsatz von Systemzubehör sorgen für die Dauerhaftigkeit der gedämmten Außenhülle. Mehr als 30 Prozent der Energie eines Hauses gehen über eine schlechte Dämmung verloren. Durch eine komplette Abdichtung des Gebäudes können Hausbesitzer die Energiekosten allerdings reduzieren.

Wobei etwas Vorsicht geboten ist: Der natürliche Luftaustausch wird unterbunden und der Abtransport von Feuchtigkeit, CO2 und Schadstoffen drastisch reduziert. Wenn man dann nicht durch richtiges Lüften dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit abgeführt wird, kann es in einem Haus schnell zu Schimmelbildung kommen. Eine fachmännische Beratung beim Experten ist daher empfehlenswert.

Achten Sie auf   Entsorgung und Umweltfreundlichkeit!

Nachhaltig denkende Bauherren sollte schon bei der Wahl der Dämm-/Schallschutzstoffe an das Recycling bzw. den ökologischen Fußabdruck denken. Die Rückbau- und damit Recyclingfähigkeit einer Dämmung ist nämlich vor allem von der Einbauart abhängig: Schüttungen, Einblasdämmungen sowie in Hohlräume eingelegte Dämmmatten, aber auch mechanisch befestigte Dämmplatten können bei späteren Umbauten auch leicht abgesaugt bzw. ausgebaut werden.

Wird das Dämmmaterial hingegen mit dem Untergrund verklebt oder im Materialverbund z.B. mit Putzmörteln als Wärmedämmverbundsystem eingesetzt, erschwert dies den zerstörungsfreien Rückbau erheblich – und der zeitlichen und finanzielle Aufwand fürs Recycling steigt.

Übrigens muss es nicht immer Chemie sein: Zu den modernen Dämmstoffen aus biogenen Materialien zählen Holzfaser-Dämmplatten, Zelluloseflocken oder -Dämmplatten, Hanf- und Flachsdämmstoffe, Korkdämmplatten, Stroh- und Schafwolledämmung. Dämmstoffe aus biogenen Rohstoffen können zudem gemeinsam mit anderen Abfällen aus brennbaren Baumaterialien in Abfallverbrennungsanlagen thermisch verwertet werden.