Interior Design - 15. Juli 2018
Modern und bequem nach oben

Wer einen Treppenlift oder einen Aufzug benötigt, hat die Qual der Wahl. Ganz gleich, ob Sie eine platzsparende, maschinenraumlose Lösung mit niedriger Förderhöhe oder eine Anlage für hohe Geschwindigkeit und große Förderhöhe benötigen: Heutzutage gibt es ein breites Angebot an Aufzug- und Treppenliftlösungen.

Vergessen Sie fliegende Autos und Magnetschwebebahnen: Das wichtigste Transportmittel der Zukunft sind Aufzüge und Treppenlifte. Wenn die Bevölkerungszahl weltweit nämlich weiter so steigt, wird es eng auf der Erde. Immer mehr Wohnhäuser müssen in die Höhe gebaut werden – und setzen auf Aufzüge und Treppenlifte. Dabei sind diese doch eigentlich beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Versuchte man früher mit Seilzug-Konstruktionen auf eine Anhöhe zu kommen, so kann man in Zeiten des britischen Monarchen König Heinrich VIII (regierte von 1509 bis 1547) bereits Hinweise finden, dass er einen Treppenlift benutzt haben soll.

 Bequem in die Höhe

Nachdem der König im Alter von 45 Jahren bei einem Turnierkampf verletzt worden war, nutzte er demnach einen Stuhl auf einem System aus Blöcken und Seilzügen, die von seinen Dienern betrieben wurden, um in seinen Palästen Höhenunterschiede zu überwinden.

Die Erfindung des ersten modernen Treppenschrägaufzuges im Jahre 1920 geht auf C.C. Crispen, einen Autodidakten, Ingenieur und Entrepreneur aus Pennsylvania (USA) zurück. Er baute den ersten Prototypen eines Stuhls, der auf Basis eines Liftantriebes Treppen steigt, um einem gehbehinderten Freund zu helfen, und nannte ihn „Inclinator“. Ende der 1930er Jahre hatte sich die Inclinator Company am Markt etabliert und belieferte hauptsächlich Menschen, die an Kinderlähmung litten.  Der erste Treppenlift auf dem europäischen Markt wurde 1962 von der Firma Jan Hamer & Co. in Holland eingeführt. 1977 brachte die Hiro Lift Hillenkötter + Ronsieck GmbH den Treppenschrägaufzug auf den deutschen Markt.

Lifte für jede Treppe

Ein Treppenschrägaufzug besteht aus einem Sitzelement oder einer Plattform, einem Antriebsaggregat (meist unter dem Sitz) und einer Trag- und Führungsschiene, die auf der Treppe oder an der Wand montiert wird. Er dient als wertvolle Transporthilfe für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Tragwerk und Antriebseinrichtungen von Treppenschrägaufzügen sind sehr unterschiedlich, ebenso die „Lastaufnahmeeinrichtungen“. Sowohl die Art der Personenaufnahme (stehend, sitzend oder mit Rollstuhl) als auch das Treppenbauwerk beeinflussen die Bauweise der Treppenlifte. Bei geraden Treppen können Zahnstangenantriebe verwendet werden, die auf den Treppenstufen oder an der Wand montiert werden. Für gekurvte Treppen werden oft speziell gebogene Tragrohre und Reibradantriebe verwendet (Einrohr- oder Doppelrohrsysteme). Diese können an der Wand oder anstelle des Treppengeländers montiert werden. Die elektromotorische Antriebseinheit mitsamt der Lastaufnahmeeinrichtung (Plattform oder Sitz) bewegt sich entlang der Zahnstange bzw. dem Tragrohrverlauf.

In der Regel ist ein Treppenaufzug eine Maßanfertigung und kann bei entsprechender Variantenauswahl auf den meisten Treppenformen aufgebaut werden. Bei geringen Platzverhältnissen vor der ersten Stufe (beispielsweise bei der Eingangstür) kann die Schiene hoch- oder heruntergeklappt werden (Klappschiene). Dafür muss der Lift mit einem automatisch oder manuell betätigten Klappschienenmechanismus geplant werden.

 Aufzüge und Kabinen

Allgemein gelten Aufzüge als die sichersten und am häufigsten frequentierten Verkehrsmittel der Welt. Im statistischen Mittel benutzt jeder Mensch alle drei Tage einen Aufzug. Je nach Einsatzzweck und dem Stand der Technik entsprechend eingesetzt gibt es zurzeit vier Systemarten der Kraftübertragung, um Antrieb in Förderhöhe umzusetzen: Seilaufzüge, Treibscheibenaufzug, Zahnstangenaufzug und Vakuumaufzug. Dies ist nicht bei allen vier Systemarten gleichzusetzen mit Antriebsarten, da es beim Seilaufzug unterschiedliche Formen von Antrieben gibt und gab. Ein weiteres, derzeit „seilloser Aufzug“ genanntes Antriebssystem, ist derzeit hauptsächlich Gegenstand der Forschung und noch weit von der Serienreife entfernt. Die Kabine wird hierbei durch zwei elektromagnetische Synchron-Linearmotoren angetrieben und somit nur durch ein vertikal bewegliches Magnetfeld gehalten bzw. bewegt.

Doch egal, für welche Art von Aufzug man sich entscheidet: Für einen sicheren und reibungslosen Betrieb muss auch der Service passen. Regelmäßige, fachmännische Wartung und Inspektion gehören ebenso dazu wie die Übernahme von Betreiberpflichten. Nur so kommt man langfristig auf sichere und mühelose Art und   Weise ganz hoch hinaus.