Bautipps - 3. Februar 2019
Licht & Schatten: So schaffen Sie ein neues Lebensgefühl

Einbruchschutz, Licht- und Schattenspender, optischer Hingucker: Das sind die Vorteile von Rollläden, Markisen und diversen natürlichen Beschattungsformen.  Sehr wichtig ist es allerdings, sich frühzeitig Gedanken über die bauindividuelle Gestaltung sowie die später notwendige Wartung bzw. Pflege zu machen.  Alle Tipps dazu finden Sie in der heutigen Bautipp-Serie.

Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.“ – So heißt es in einem geflügelten Wort, das niemand Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe seinem Theaterhelden Götz von Berlichingen in den Mund gelegt hat. Doch wie das mit Goethe-Zitaten halt so ist: Der Mann wusste schon, was er sagt. Denn er hat recht.

Rollläden & Markisen: vielseitige Alternativen

Beschattungssysteme sind eine Visitenkarte eines modernen Hauses. Sie haben nach wie vor aber auch einen ganz simplen praktischen Nutzen: Wetter- und Einbruchschutz. Die Fenster eines Hauses sind   im ständigen Wechselspiel des Jahresverlaufs diversen Witterungserscheinungen ausgesetzt:  Schnee, Eis, Regen, Wind, Sonnenstrahlung.   Fenster sind zudem aber auch das beliebteste Einstiegsziel dreister Langfinger – und das selbst in höheren Stockwerken, wie etwa eine Fassadenkletterer-Bande jüngst in der Südtiroler Landeshauptstadt vorführte –  zum Leidwesen der jeweiligen Hausbewohner. Gute Beschattungssysteme bieten hier doppelt Schutz.

Umso wichtiger ist es aber, sich bereits in der Planungsphase vielfältige Gedanken zu machen. Und hier ist die zentrale Frage: Sollen es klassische Fensterläden (Jalousien) aus Holz oder Aluminium sein – oder doch Rollläden bzw. Raffstores?   Der grundlegende Unterschied liegt in den Aspekten Sicherheit und Wartung: Wenn sie nicht mit einer starken Verriegelung versehen sind, dann sind Fensterläden trotz ihrer stabilen Optik etwas weniger einbruchssicher als Rollläden. Letztere sind   ein lästiges Hindernis für Langfinger. Und Einbrecher haben es bekanntlich immer eilig.

Allerdings sind Rollläden (und auch Markisen) unter Umständen planungs- und wartungsintensiver. Wie groß sollen die Lamellen sein bzw. der Abstand zwischen ihnen? Sollen die Rollläden nur händisch geöffnet werden können oder auch elektrisch – vielleicht sogar über eine Handy-App    gesteuert? Wie lässt sich die Beschattung automatisch an die tagesaktuellen bzw. jahreszeitbedingten Lichtverhältnisse anpassen? Das sind nur einige Fragen, die bereits in der Planungsphase grundlegend geklärt werden sollten.  Egal, für welches Beschattungssystem man sich entscheidet, eines gilt in jedem Fall: Eine konsequente und fachgerechte Pflege erhöht die Lebensdauer um viele Jahre, und die Kontrolle im Frühjahr sollte insofern ein Pflichttermin sein.

Pflege und Reinigung selbst gemacht

Bei manchen Modellen muss man schon sehr genau hinschauen, aber auf Rollläden sammelt sich während der Wintermonate jede Menge Schmutz. Blätter, kleine Ästchen und Spinnweben können problemlos mit einem Handfeger entfernt werden. Die Reinigung der Führungsschienen und des Rollladenpanzers hingegen ist etwas heikler. Diese sollten gründlich mit einem feuchten Tuch gesäubert werden, damit Staub und Ablagerungen sich nicht festsetzen. Hochdruckreiniger und harte Bürsten sind allerdings tabu, da diese die Mechanik der Rollläden beschädigen könnten. Das gilt auch für Markisen: Flecken auf dem Markisentuch sollten mit klarem Wasser eingeweicht werden. Das löst   eingetrockneten Schmutz, der mit mildem Feinwaschmittel ausgespült werden kann. Und sollte der gründlichste Frühjahrsputz keine Abhilfe schaffen, lohnt sich der Austausch des Markisentuchs. Ein neuer Stoff bringt Farbfrische und punktet in Sachen Umweltfreundlichkeit sowie Wärme- und UV-Schutz. Hier stehen die Fachleute des Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerks mit Rat und Tat zur Seite.

Professionelle Wartung spart viele Kosten

Neben der Reinigung sollte beim Frühjahrs-Check von Rollläden und Markisen aber auch in jedem Fall eine genaue Funktionsprüfung vorgenommen werden.  Allerdings nur von den Profis Ihres Vertrauens.

Die grundlegende Frage ist hier:  Machen Rollläden, Jalousien oder Markisen verdächtige Geräusche, wenn sie bewegt werden? Dagegen hilft Schmiermittel.  Herkömmliche Öle und Fette schaden unter Umständen den Lagerungen moderner Sonnenschutzsysteme, da diese Staub und Dreck anziehen können. Je nach Material kommen spezielle Sprays zum Einsatz, damit Gelenkarme und Führungsschienen wieder „flutschen“. Welche Produkte geeignet sind, wissen hier Fachleute. Sie erkennen außerdem kleinste Witterungsschäden und prüfen, ob Motor und Steuerung einwandfrei funktionieren.

Ob mit Gelenkarm oder als Pergola-Konstruktion: Markisen erfreuen sich vor allem im Garten- und Balkonbereich großer Beliebtheit. Allerdings geht der Trend auch immer mehr hin zu natürlichen Beschattungsformen.

„Grünes Licht“ mit natürlicher Beschattung

Denn diese Erfahrung kennt jeder, der schon einmal an einem heißen Sommertag einen Spaziergang im Wald gemacht hat: Unter einem dichten Blätterdach sind die Temperaturen immer etwas milder, ebenso wie lästiger Wind und Regen davon abgehalten werden.

Wer an planvolle Beschattung für den Garten denkt, hat aber oft die ganz natürliche Variante des Sonnenschutzes – also den Baum –  gar nicht auf der Rechnung. Dabei ist so ein alter Riese mit ausladender, luftiger Krone in jeder Hinsicht eine Bereicherung für den Garten; denn er spendet nicht nur Schatten, sondern schafft auch Atmosphäre, ist Lebensraum, liefert mit sanftem Blätterrauschen eine wohlige Stimmung auf dem Balkon oder der Terrasse. Ein Baum kann also schon viel bewirken, hat allerdings den Nachteil einer intensiven Pflege. Denn ab einer bestimmten Größe ist ein alljährlicher Baumschnitt unumgänglich. Und da dies – so der dringende Ratschlag –  nur Profis machen sollten, sind damit auch wieder Kosten verbunden.  Weniger aufwendig und schnell im Wachstum ist hingegen eine Pergola: Über der Terrasse wird dafür eine filigrane Holzkonstruktion errichtet. Im unteren Bereich der Stützpfeiler werden anschließend entsprechende Schling- und Kletterpflanzen gesetzt.  Bei der richtigen Pflanzenwahl bilden sie auf der Pergola nach einiger Zeit ein dichtes grünes Blätterdach. So entsteht durch die Pergola im wahrsten Sinne des Wortes ein Platz im Grünen, der selbst bei sehr heißen sommerlichen Temperaturen angenehm kühl bleibt.