Interior Design - 24. März 2019
Kühler Wohnen in den heißen Monaten

Im Winter wohlig warm, im Sommer angenehm frisch – so sollte das Wohngefühl in den eigenen vier Wänden rund ums Jahr sein. Oberstes Gebot dafür ist eine möglichst konstante Temperatur. Damit das klappt, müssen Dämmung, eigenes Wohnverhaltung und auch das Kühlsystem zusammenspielen.

Grundlegend gilt für das Kühlen dasselbe wie für das Heizen: Bereits in der Planungsphase gilt es, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wer also sein Gebäude optimal dämmt – von den Fenstern und Türen über die Fassade bis zum Dach – minimiert in der kalten Jahreszeit den Energieverlust und damit die Heizkosten.

In den warmen Monaten des Jahres hingegen ist der Effekt dann sozusagen umgekehrt. Denn bleibt die Wärme draußen, bleiben auch Energieaufwand bzw. kosten für die Kühlung möglichst gering. Grundvoraussetzung ist dabei allerdings auch ein angepasstes Wohnverhalten (siehe Kasten). Denn: Ist die Wärme erstmals im Haus, bekommt man sie keineswegs wieder leicht raus.

Gute Kühlung  – alles eine Frage der Anlage

Die klassische Lösung ist der Einsatz einer Klimaanlage. Diese hat in erster Linie die Aufgabe, einen Raum auf die gewünschte Temperatur zu kühlen.

Jedoch sollte der Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur nicht höher als fünf bis sechs Grad betragen. Moderne Klimageräte leisten aber noch mehr als die Regulierung der Raumtemperatur, sie filtern auch die Raumluft und regulieren die Feuchtigkeit.  Der Vorteil: Die Entfeuchtung der Luft sowie das Pollen- und Staub-filternde System senken das Infektionsrisiko in den eigenen vier Wänden.

Ob dann die Wahl auf ein mobiles oder fix montiertes Gerät fällt, ist eine Frage der Installationsmöglichkeiten. Sogenannte Monoblockgeräte (mit Abluftschlauch oder Außenteil) etwa sind kompakt und praktisch, lassen sich entsprechend leicht montieren. Ein etwas höherer Geräuschpegel und Energieverbrauch sind aber als  Nachteile zu nennen. Zudem stellen die Außenteile einen optischen „Störfaktor“ an der Mauer dar.

Besser mit der Bausubstanz in Einklang bringen lassen sich da fix installierte Klimaanlagen, die um einige leistungsfähiger sind. Die höheren Installationskosten und potenziellen Energieeinsparungen halten sich hier die Waage, weshalb der entscheidende Vorteil hier ein ganz anderer ist: Sowohl das Innen-, als auch das Außengerät sind fest im Haus oder in der Wohnung eingebaut. Beim Innenteil der Klimaanlage wird hier zwischen Wand- und Deckengeräten unterschieden. Häufig kommen mehrere Innengeräte zum Einsatz. Derartige Multi-Split-Anlagen ermöglichen es, in mehreren Zimmern je nach Bedürfnis für ein angenehm kühles Raumklima zu sorgen. Kritiker bemängeln hier immer wieder den Stromverbrauch, weshalb beim Kauf unbedingt auf die Kennwerte der Klimaeffizienz geachtet werden sollte. EU-weit muss jede Klimaanlage bzw. jedes Klimagerät bis 12 kW Kälteleistung auf seine Energieeffizienz geprüft und mit einem einheitlichen Etikett gekennzeichnet werden. Dabei gibt es  sieben Einstufungen von D bis A+++.Kühldecken  sorgen

für Behaglichkeit Vermehrt zum Einsatz kommen mittlerweile auch Kühldecken. Dieses Flächenkühlsystem entspricht einer Raumdecke, deren Temperatur unterhalb der Raumlufttemperatur gebracht und gehalten wird. Dies geschieht durch geschlossene Kreisläufe von gekühltem Wasser. Mit dem Einbau verbunden ist zwar ein Verlust an Raumhöhe, dafür gibt es aber keinen Luftzug, wie ihn herkömmliche Klimasysteme erzeugen. Außerdem liegt die empfundene Raumtemperatur meist leicht unterhalb der Raumlufttemperatur, was einen weiteren Zuwachs an Behaglichkeit und Energieeinsparung bedeutet.

Die Alternative: eine Wohnraumlüftung

Doch es muss nicht immer eine Klimaanlage sein, damit es kühl im Eigenheim bleibt. In Passivhäusern und energetisch sanierten Altbauten wird zunehmend auf kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) gesetzt.  Sie gewährleistet  in einem stark abgedichteten Wohnraum einen Luftwechsel. Die verbrauchte Luft wird hierbei kontinuierlich aus den Räumen abgezogen und gleichzeitig saubere, durch Wärmerückgewinnung temperierte Luft von außen zugeführt. Diese gleichzeitige Be- und Entlüftung sorgt zeitgleich auch für den Abtransport überschüssiger Raumluftfeuchtigkeit. In der Luft vorhandene Schadstoffe (Schimmelpilzsporen) werden ebenfalls eliminiert.  Der große Vorteil: Luftfeuchtigkeit und Temperatur bleiben das ganz Jahr über konstant.

Moderne Wärmepumpen können auch kühlen

Das gilt auch für die Heizung bzw. Kühlung mit modernen Wärmepumpen. Denn diese Geräte eignen sich – auch wenn es der Name nicht vermuten ließe – auch ausgezeichnet zur Kühlung von Räumen. Mittels intelligenter  und dynamischer Steuerung passt sich die Heiz- bzw. Kühlleistung automatisch an, sodass kaum Temperaturschwankungen in den Räumen spürbar sind.