Bautipps - 5. August 2018
Heizen mit Pellets – und die Natur atmet auf

Heizen mit Pellets – und die Natur atmet auf

Erneuerbare Energieträger statt fossiler Brennstoffe: Auch in Südtirol setzen immer mehr Haus-  und Wohnungseigentümer auf Pelletheizungen.  Denn aus dem ursprünglichen Abfallprodukt ist eine kostensparende, zuverlässige und vor allem umweltfreundliche Alternative geworden.

Wenig Wärme, unzuverlässig und (zu) viel Lagerraum notwendig: Das waren lange Zeit die Klischees in Sachen Heizen mit Pellets – also mit den heutzutage so beliebten Pressstückchen aus Sägespänen und anderen Holzabfällen.

Anfangs nur eine nette Idee für „Ökofreaks“, ist diese Form der Beheizung längst zur ersten Wahl für viele Menschen geworden, die eine nachhaltige und unabhängige Alternative zu den herkömmlichen fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas suchen. Zumal sich Pelletheizungen ideal mit Solarenergie und Erdwärme kombinieren lassen.

Grundlegend gilt – sowohl bei Neubau wie auch bei Sanierung: Jedes Gebäude ist anders, entsprechend variiert auch der Heizwärmebedarf, und entsprechend ändert sich damit auch die ideale Gestaltung des Heizungssystems. Dies gilt es bei der Installation ebenso zu beachten wie die Amortisierungskosten. So ist es laut mehreren Herstellern in Deutschland und Österreich aktuell um 45 Prozent billiger, ein Haus mit Pellets zu heizen als etwa mit herkömmlichem Heizöl. Und wer rechtzeitig im Sommer nachkauft, spart mit Pellets weitere Kosten.

Achtung: Pellets sind nicht gleich Pellets!

Geheizt wird dann mit Holzpellets gemäß der europäischen Richtlinie „ENplus“ in der Qualität A1 und A2. Für kleinere Anlagen ist die Qualität A1 zu bevorzugen. Hersteller und Händler sind zertifiziert und müssen die Qualität der Pellets ständig kontrollieren und dokumentieren. In Südtirol werden mittlerweile fast ausschließlich qualitativ hochwertige Holzpellets aus Nadelhölzern angeboten.

Rein technisch ist der Umstieg auf Pellets in den meisten Fällen keine Hexerei. Einzige Herausforderung ist der etwas größere Lagerraum.  Dieser muss zudem die für Heizräume bestehenden Sicherheitsvorschriften bezüglich Brandbeständigkeit, Belüftung etc. erfüllen. Als Anhaltspunkt gilt, dass drei Kubikmeter Pellets denselben Heizwert wie 1000 Liter Heizöl haben.

Der neue Pellets Heizkessel selbst kann dann sogar als Wohnraumkessel installiert werden. So entsteht zusätzlich die wohlige Atmosphäre einer Feuerstelle im Wohnzimmer. Eine wichtige Voraussetzung für den Betrieb eines Pellets Kessels ist auch ein geeigneter Kamin. Hier sollte unbedingt ein Kaminkehrer zu Rate gezogen werden, um zu erheben, ob der bestehende Kamin den Anforderungen für den Betrieb einer Pelletheizung entspricht. Falls nicht, sollte ein Metallrohr einzogen werden, das den Kamin vor Durchfeuchtung durch kondensierte Rauchgase schützt.