Exterior Design - 2. September 2018
Gerüstet für jede Witterung

Von Sonne bis Hagel, von Windböen bis Schneelast: Ein Hausdach muss gar einiges aushalten können. Doch ein Dach auch möglichst witterungsfest zu gestalten, ist die Wahl der Materials entscheidend.

Ein Kompromiss ist ein guter Schirm, aber ein schlechtes Dach“, hat einst James Russel Lowell geschrieben. Einer der großen Literaten und Philosophen der US-amerikanischen Geschichte. Dabei hat er zwar nicht den Hausbau gemeint, doch Lowells Kalenderspruch sollte sich dennoch jeder Eigenheim-Bauer ins Fleißheftchen schreiben. Denn er beim Bau des Daches billige Kompromisse schließt, muss später tief in die Brieftasche greifen – sei es weil nicht nur sprichwörtlich „durchs Haus geheizt wird“ und die Langlebigkeit leidet. Und hier ist die Wahl der Baumaterialien von entscheidender Bedeutung.
Ein Gebäudeteil, viele Optionen beim Material Wetterfest, langlebig und optisch ansprechend – so soll ein Dach also sein. Doch die Dacheindeckung beeinflusst nicht nur das Erscheinungsbild eines Hauses, sondern auch das Wohnklima.

Der Klassiker dabei sind weiterhin Dachziegel. Diese werden aus Ton gebrannt, sind witterungsfest und frostsicher. Und noch einen großen Vorteil gibt es: Kaputte Ziegel lassen sich rasch und günstig austauschen. Spezielle Glasuren machen Dachziegel zudem resistenter gegen Umwelteinflüsse. Wird das Dach komplett mit neuen Ziegeln eingedeckt, ist übrigens mit Kosten von 25 bis 50 Euro/qm zu kalkulieren.

Weiterhin sehr beliebt, auch weil etwas kostengünstiger, sind Dachsteine aus Beton. Sie überzeugen mit langer Lebensdauer, Passgenauigkeit, Frostbeständigkeit und einem gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Legt jemand Wert auf eine gewisse architektonische Flexibilität, dann ist eine metallene Dacheindeckung eine tolle Lösung. Baustoffe wie Zink oder Aluminium gelten als leicht formbar. Insbesondere mit dem sehr leicht falzbaren Aluminium lassen sich auch komplizierte Konstruktionen und Sonderlösungen fachgerecht umsetzen – selbst für die extremsten Witterungsbedingungen. Und noch eine Fähigkeit wird Metalldächern nachgesagt: Sie sollen Blitzstrom ableiten und sogar Elektrosmog vom Dach fernhalten. Besonders beliebt sind Metalldächer auch aufgrund ihrer Langlebigkeit und Wartungsfreiheit. Zur hohen Lebensdauer trägt eine schützende Patina bei, die sich im Laufe der Jahre bildet.

Etwas ökologischer denkende Häuselbauer sollten aber auch intensiver über eine Dachbegrünung nachdenken. Damit holt man sich ein Stück Natur aufs Dach. Gründächer speichern auf natürliche Art Wasser, binden Staub und heizen sich bei großer Hitze kaum auf – ein Vorteil vor allem in heißen Städten wie Bozen. Das sorgt für ein angenehmes Klima unterm Dach. Bis zu einer Dachneigung von 45 Grad lässt sich übrigens eine grüne Dachoase gestalten.