Bautipps - 24. Februar 2019
Balkon und Terrasse: Ein zweites Wohnzimmer

Die kalte Jahreszeit nähert sich ihrem Ende, dementsprechend steigt die Lust auf Sonne und frische Luft.  Wenn Balkone und Terrassen in allen Belangen – vom Boden bis zur Beschattung –

ideal gestaltet sind, lassen sich diese Flächen zu wahrhaft praktischen und sehr behaglichen Open-Air-Wohnräumen umfunktionieren.

 

Grundlegend gilt: Wie in jedem Wohnraum ist die Wahl des Bodens auch bei Balkonen und Terrassen die Basis für die restliche Gestaltung. Und ähnlich wie im Wohnbereich ist die Auswahl an Bodenbelägen auch in diesem Bereich unüberschaubar groß. Von Stein über  eine riesige Vielfalt an Fliesenarten bis hin zu Holz reicht hier das Angebot allein bei den Materialien. Entscheidend ist insofern das jeweilige Einsatzgebiet.

Holz oder Stein – was soll es denn sein?

Holz, Stein und Fliesen sind in diesem Bereich eines Eigenheims dann auch die traditionellen Bodenbelag-Materialien, die sich ungebrochener  Beliebtheit erfreuen. Gleichzeitig bieten alle drei  Oberflächen die Möglichkeit, bewusste Akzente oder mutige Kontraste zu setzen. Hier ist das Zusammenspiel mit der Architektur eines Gebäudes entscheidend, denn wer etwa einen modernen Baustil gewählt hat, kann mit Holz mehr Behaglichkeit schaffen. Bei älteren Gebäuden kann wiederum ein Steinboden optisch besser passen.

In Sachen Langlebigkeit führt an Steinplatten  kaum ein Weg vorbei, allerdings ist dies in den meisten Fällen auch der kostenintensivste Bodenbelag. Holz hingegen leidet stärker unter Regen, Schnee und Sinne, doch es gibt mittlerweile einige sehr wetterfeste Alternative im Angebot. Außerdem  wird verwittertes Holz mittlerweile auch sehr gerne als   architektonisches Gestaltungselement  eingesetzt. Nicht immer ist also Witterungsbeständigkeit gefragt.

Beliebt sind neben klassischen  Holzböden in jüngerer Zeit vor allem auch die so genannten „Holzfliesen“, die etwas preiswerter und auch leicht austauschbar sind. Diese relativ kleinen, quadratischen Kunststoffraster mit Holzplankenbesatz ermöglichen eine künstliche Holzoptik von fast beliebiger Größe – vom Mini-Balkon bis zur Mega-Dachterrasse.

Apropos Fliesen: In klimatisch wärmeren Regionen – also auch in Südtirol – sind Fliesen und Platten immer noch die erste Wahl. Diese sind im Winter frostsicher und im Sommer wasserdicht. Wichtigstes Kriterium ist hier die Oberflächenbeschaffenheit. Diese sollte die Gefahr des Ausrutschens hemmen und gleichzeitig allfälliges Regenwasser ableiten. Der Untergrund muss dafür einwandfrei vorbereitet sei: Eine Abdichtung ist ebenso nötig, wie  der notwendige Platz einzuplanen ist, damit sich ein Material eventuell ausdehnen kann. Außerdem sollte ein ausreichendes Gefälle – das je nach Abdichtung, baulicher Situation und Nutzung zwischen einem  und 2,5 Prozent betragen kann – vorhanden sein.

 

Damit die Sonne das Vergnügen nicht trübt

Auch der richtige Sonnenschutz eines Balkons bzw. einer Terrasse will gut geplant sein. Weiterhin sehr beliebt sind Markisen, und hier vor allem  die Gelenkarmmarkise. Der Vorteil liegt in der Montage, denn nur an einer Seite der Hauswand montiert, „schwebt“ sie über der zu beschattenden Freifläche. Gelenkarmmarkisen gibt es von Klein bis Groß (mit mehreren Metern Ausfall), um auch „ausufernde“ Terrassen ansprechend zu gestalten.

Baulich etwas aufwendigere Alternativen, aber in windigeren Gegenden des Landes ratsam sind so genannte „Pergola-Markisen“. Diese sind für besonders große Terrassen gedacht und können auch mit variablen Schiebeverglasungen ausgestattet werden. Liegt die Terrasse hingegen weiter vom Haus entfernt, kann eine freistehende Markise oder ein Pavillon mit neigbaren Aluminiumlamellen oder robuster Faltmarkise das Richtige sein.

Und dann braucht es eigentlich nur noch ein gutes Buch – und Sie fühlen sich fast wie in einem Open-Air-Wohnzimmer.